Caravaca - Karawane des Kreuzes
Ich bin immer wieder erstaunt darüber, wie sich inmitten der spanischen Provinz zwischen nahezu entvölkerten Dörfern, wegen mangelnder Zukunftsperspektiven und den Weiten der kargen Landschaften richtiggehende Kleinode befinden, ähnlich einer Schatzkiste, deren Inhalte auf den ersten Blick nicht sichtbar sind.
Einer dieser besonderen Orte ist die Stadt Caravaca de la Cruz, am östlichen Ausläufer des Sierra-Nevada Gebirges und etwa 70 Kilometer westlich von Murcia gelegen. Übersetzt heisst der Name dieser Stadt “Karawane des Kreuzes”. Diese Bedeutung hat sie auch, denn sie ist ein wichtiger Wallfahrtsort für katholische Gläubige. Sie ist nach Jerusalem, Rom und den ebenfalls spanischen Orten Santiago de Compostela und Santo Toribio de Liébana die fünfte Heilige Stadt und darf alle sieben Jahre das Heilige Jahr feiern, wo Sünden vergeben und Begnadigungen im Christlichen Glauben durchgeführt werden.
Grund der besonderen Bedeutung der Stadt ist die, wie ein Schatz gehütete, Reliquie des wahren Kreuzes Christi. Wie sie im 13. Jahrhundert in die Stadt gelangt ist, darüber wird spekuliert. Die wahrscheinlichste Version ist jene, dass sie der damalige Erzbischof von Jerusalem mitbrachte, um den Christlichen Verbänden, die sich bemühten, ihre Gebiete von den Mauren zurückzuerobern, Kraft zu spenden. Das Kreuz wird in einem kreuzförmigen Reliquiar in der prächtigen Basilika aufbewahrt. Diese steht am oberen Ende der Stadt und ist von weitem bereits sichtbar.
Der Weg dorthin führt durch die Fussgängerzone der Altstadt. Vor der Plaza San Juan beim Eintritt in die Altstadt fällt eine kleine, historische Tempelanlage sofort auf, gleich daneben das mittelalterliche Spital und das ehemalige Nonnenkloster Purísima Concepción. Auf der Plaza del Arco stehen die Eisenstatuen der maurischen und christlichen Krieger friedlich beisammen. Die Stadtkirche Santa Cruz de Caravaca, entstanden ab Mitte des 17. Jahrhunderts, ist eine Nachbildung der Kirche des berühmten El Escorial oberhalb von Madrid.
Gut zu wissen
Um sich von den vielen Eindrücken auszuruhen und den Cortado oder die copa de vino zu trinken, empfehle ich die Plaza del Arco mit den Bars und den Tischen im historischen Ambiente. Weiter unten in der Neustadt ist es nicht sehr gemütlich, hier herrscht ein pulsierendes Geschäftsleben.




