Trockensteinmauern - Tradition im Val de Laguar
Auf dem Gemeindegebiet von Fleix, im hintersten Teil des Val de Laguar, haben wir sie gefunden. Die echten Trockensteinmauern sind ein spanisches Kulturgut mit langer Tradition. Im Wallis in der Schweiz gibt es mehr als 3000 km Trockensteinmauern. Wie viele in Spanien noch existieren, ist nicht bekannt. Sie haben jedoch zwei Gemeinsamkeiten. An beiden Orten wurden sie zur Terrassierung errichtet, im Wallis für den Weinbau, in Spanien für den Wein- Oliven- und Zitrusfrüchteanbau. Und an beiden Orten droht ihnen der Zerfall.
Im Val de Laguar ist das sehr gut ersichtlich, viele Mauern sind teilweise abgetragen, die Steine wurden entfernt oder die Mauern fallen in sich zusammen, weil sie keine Funktion mehr haben, da die Hänge nicht mehr bewirtschaftet werden. Früher war das anders. Den Mauern kam eine wichtige Bedeutung zu. Es gehörte zum Stolz eines Steinmetzes, eine Trockensteinmauer aus regionalen Steinen ohne Zutun von Mörtel zu errichten, die über Jahre hinweg hielt.
Dank der Terrassierung konnten die darauf gepflanzten Bäume besser bewirtschaftet werden und ergeben dadurch einen Mehrertrag. Ausserdem spielen sie eine wichtige Rolle beim Verhindern von Erdrutschen, Überschwemmungen und Lawinen. Mit der Begründung, dass diese Mauern im Einklang mit Natur und deren humanen Bewirtschaftung stehen, wurde das Handwerk im November 2018 von der UNESCO auf die Liste immateriellen Kulturerbe aufgenommen. Neben Spanien kennen Kroatien, Zypern, Frankreich, Italien Slowenien und die Schweiz dieses traditionelle Kulturgut.
Gut zu wissen
Das Val de Laguar ist ein schönes Wandergebiet. Dort entdeckst du die unzähligen Fragmente oder ganze Partien von Trockensteinmauern. Für mich ist es kein Wunder, dass der Beruf des Margenadors (Mauerbarers) gefährdet ist. Die Arbeit ist schwer und langwierig, bis der Stein so gehauen ist, dass er in die Lücke passt. Einen kennen wir, er übt seinen Beruf voller Stolz aus und bezeichnet sich als Kunsthandwerker - ist er.





