Kultur
moros und cristianos

Moros und Cristianos - spanisches Kulturfest

Es verwundert kaum, weshalb Spanien auch kulturhistorisch als sehr interessant gilt. Einer der Gründe ist das über mehrere Jahrhunderte lange Zusammenleben von Mauren und Christen, die beiderseitigen Ansprüche in der Errichtung von bedeutenden Monumenten und die Eroberung und Rückeroberung der Ländereien. In den Sommermonaten werden diese Kriegshandlungen als Freilichtspiele aufgeführt. Besonders imposant und aufwendig sind sie in den Regionen der Costa Blanca, der Costa Càlida, der Costa del Sol und in den dazugehörigen historischen Städten und Dörfern im Innenland gestaltet. Es sind die letzten Landesteile, die damals von den Katholischen Heere wieder zurückerobert wurden.morors und cristianos 800 3

Mit grossem Aufwand und unzähligen freiwillig Engagierten wird die Eroberung durch die Mauren und die Rückeroberung durch die Christen nachgespielt. Als Kulisse dienen die Burg oder die Landung eines mittelalterlich ausgestatteten Schiffes, je nach Möglichkeit des Ortes. Nach den nachgestellten Schlachten mit vielen Böllerschüssen und roter Farbe folgen die Umzüge der Gruppen. Ich finde die maurischen und christlichen, teilweise sehr aufwendig gestalteten, Gewänder sehr beeindruckend. Sie werden von tanzenden Pferden und den regionalen Musikformationen begleitet. Sie spielen den Mauren Marsch und den Christenmarsch auf, ein typischer Pasodoble, eine Kompositionsart, die von beiden Religionsgruppen verwendet wurde. Mit einem Feuerwerk wird das mehrtägige Fest beendet.
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Zu Beginn des 8. Jahrhunderts drangen die Araber in die Iberische Halbinsel ein. Wegen eines gleichzeitig stattfindenden Bürgerkriegs im Land fanden sie wenig Widerstand und konnten rasch nach Norden, bis zur kantabrischen Küste, vorstossen. Bereits 11 Jahre später erfolgten die ersten Rückeroberungen durch die katholischen Könige. Als erstes Königreich entstand in der Folge das Haus Asturien. Die Rückeroberung der Christen benötigte die Zeitspanne zwischen 722 und 1492. Hier verlor das Kalifat als Letztes Granada an die katholischen Könige. Wegen der regelmässigen Scharmützel und Plünderungen entlang der Küsten, die arabische Bevölkerung war zahlenmässig der katholischen weit überlegen, liessen die katholischen Herrscher viele maurische Bauwerke zerstören, und um 1610 wurden die noch im Land verbliebenen Mauren auf Schiffe verfrachtet und aus dem Land vertrieben.
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Gut zu wissen

Die Freilichtspiele zur Geschichte der Moros und Cristianos sind beliebte Touristenattraktionen, wobei jeweils bereits Stunden vor den Veranstaltungen die Stühle an den Strassenrändern und den zentralen Plätzen besetzt werden. In der Marina Alta sind die regionalen Musikvereine an rund einem Dutzend Festen beteiligt, wo sie sich gegenseitig unterstützen. Deshalb finden die Feierlichkeiten in dieser Region nie zur gleichen Zeit an mehreren Orten statt.
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