Douro-Tal in Portugal - Weltkulturerbe
Der Douro-Fluss entspringt als Duero am östlichen Rand der spanischen Comunidad Castilla-León. Dieser Flusslinie entlang kennen wir mehrere Städte: Soria, Burgo de Osma, Aranda, Toro, Zamora. Von dort aus macht der Fluss die Grenze zu Portugal, fliesst südwärts und bahnt seinen Weg als Douro durch Nordportugal bis er in Porto in den Atlantik mündet.
Mit seinen 897 Kilometern Länge ist er nach dem Tajo, in Portugal Tejo, der zweitlängste Fluss, der durch die beiden Länder der Iberischen Halbinsel fliesst. Zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert war das Gebiet des Flusses regelmässig Zankapfel mit den islamischen Stämmen. Nordportugal hielt es wie die Nordseite des spanischen Duero, man blieb standhaft und huldigte dem König und dem Papst.
Eine weitere Parallele zur spanischen Seite ist der Weinbau. Dort, wo der Fluss in das portugiesische Tal mündet, ins Douro-Tal, förderte das Königshaus den Weinbau. Während langer Zeit sprach man vom "Portwein". Dieser war bei den Engländern so beliebt, dass immer mehr Wein gepanscht wurde. Die Regierung fürchtete den Verlust des Renommées, vor allem bei ihren besten Kunden, den Engländern. Sie erliess ein strenges Gesetz für den Portwein. In den 1970er Jahren begannen die Winzer, nebst dem berühmten Süsswein, qualitativ hochwertigen Tafelwein herzustellen.
Wir sind von Peso de Regua dem Douro entlang nach Pinhao gefahren. In der kleinen Küstenstadt am alten Bahnhof konnten wir die ganze Geschichte des Tales und des Weinbaus auf den berühmten blauen Azulejo-Kacheln ansehen. Im Bahnhofsgebäude haben sich einige Bodegas eingerichtet und bieten ihre Weine an. Auf der gegenüberliegenden Seite fuhren wir zurück und blickten über die terrassierten Rebberge und auf die weiss getünchten Quintas (Weinkeller) dazwischen. Mit der Fahrt durchs Hinterland bis zum Mateus-Palast in Vila-Real beschlossen wir den Ausflug ins Douro-Tal.
Gut zu wissen
Das Douro-Tal steht seit 2001 auf der Liste der UNESCO Weltkulturerbe. Mich erstaunt das nicht. Es ist beeindruckend und schön. Das Tal ist offen, und der Douro ist so breit, dass die Touristenboote, die täglich zwischen Porto und Pinhao verkehren, meine Aussicht auf das malerische Tal nicht beeinträchtigen.




